Denkmal im doppelten Sinn

Nicht erst seit dem Beginn des rus­si­schen Angriffs auf die Ukrai­ne steht die Fra­ge des Zivil­schut­zes auf der Agen­da der Poli­tik. Das aktu­el­le För­der­pro­gramm des Bun­des und die Bestands­er­fas­sung des Bun­des­amt für Bevöl­ke­rungs­schutz & Kata­stro­phen­hil­fe zusam­men mit der Bun­des­an­stalt für Immo­bi­li­en­auf­ga­ben sind ers­te Bau­stei­ne. Von einem trag­fä­hi­gen Kon­zept ist man jedoch wohl noch weit ent­fernt.

Vor die­sem Hin­ter­grund — und dem 80jährigen Ende des 2. Welt­krie­ges in Koblenz — soll­te ein ver­blie­be­ner Hin­weis an einer Haus­fas­sa­de in der Münz­stras­se im dop­pel­ten Sinn ein “Denk­mal” sein:

Frü­her vor­al­lem an unsa­nier­ten Häu­sern und Mau­ern noch zahl­reich zu sehen, ist in der Nähe des Münz­plat­zes einer der letz­ten Hin­wei­se auf einen LSR (Luft­schutz­raum) oder LSK (Luft­schutz­kel­ler) erhal­ten geblie­ben. Die Auf­schrift wur­de im Krieg mit weis­ser Far­be (teil­wei­se mit Phos­phor ver­mischt oder einem klei­nen abge­dun­kel­ten Leucht­mit­tel für die Dun­kel­heit ver­se­hen) ange­bracht. Hier in der Münz­stras­se zudem noch mit Pfeil ver­se­hen. Die Pflei­le wur­den erst ab 1944 ver­pflich­tend ein­ge­führt um den Weg zum Schutz­raum bei Ver­dun­ke­lung bes­ser anzu­ge­ben und bei Bedarf Ret­tungs­kräf­te schnel­ler zuzu­füh­ren.

Die­se letz­te Erin­ne­rung gilt es zu erhal­ten und uns gleich­sam zu mah­nen auch den aktu­el­len Zivil­schutz nicht zu ver­nach­läs­si­gen.